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18 Jun 07

Zeit für Echtzeit

Theorie | Jörg Hofstätter

Was haben axtschwindenge Orks und bezaubernde Elfen der Digitalen Fantasiespielewelten mit einer Software für Hochwassersimulation gemein?

Beide basieren auf 3D Echtzeittechnologie. Zu so genannten real time Engines hat seit dem Second life-Boom auch eine breite Masse Zugang oder Bezug. Das ist noch nicht lange der Fall.

Die breiteste Anwendergemeinschaft ist sicher die Spieleindustrie. In enger Zusammenarbeit mit den Graphikkartenherstellern wurde das Graphische Erscheinungsbild in diesem Bereich in den letzten 10 Jahren in unglaublichem Tempo und beeindruckender Qualität weiterentwickelt. Wenn man sich die aktuellen Spiele dieser Technologie von der Graphischen Oberfläche ansieht (FEAR, Crysis, etc.), ist man bereits in einer beeindruckenden Virtuellen Realität angekommen; bei einem kurzen Wechsel in die Graphische Qualität von Second life schläft einem der digitale Fuß ein, aber das ist eine andere Geschichte.

Ein anderes Anwendungsgebiet ist die Produktvisualisierung; Yachten, Autos oder andere komplexe 3dimensionale Formen werden in Echtzeitengines von allen Seiten erlebbar gemacht – und natürlich konfigurierbar.

Ganze Städte oder Stadtteile werden nachgebaut, um die (manchmal verblichene oder zerstörte) Architektur zu dokumentieren, das vergangene Erscheinungsbild wiederauferstehen zu lassen; oder um vorab zu diskutieren, wie sich die geplanten Bauten in das Stadtbild einfügen. Und in Google Earth sichtet man zunehmend 3d-modellierte Städte (zB. Hamburg), weil sich die Stadtverwaltung Nutzen durch vermehrten Tourismus und natürlich einer Vorreiterrolle erhofft.

Man muß kein Wahrsager sein um das enorme Potential dieser Technologie zu erkennen.

3D-Konfiguratoren vereinfachen jede räumliche Konzeption. Messestände, Küchen oder Büros können in wenigen Schritten professionell geplant werden. Die Stärken des Programms liegen besonders bei standardisierten Planungssituationen. Durch vorgegebene Einrichtungsmodule, die per drag-and-drop zusammengestellt werden, entstehen in kürzester Zeit fertige, dreidimensionale Raummodelle.

Konfigurieren kann man aber auch ganze Virtuelle Welten. Die Abbildung zeigt das Konzept für ein digitales Museum, einem Hybrid aus Wissensvermittlung und räumlicher Entdeckungswelt. Diese Dreidimensionale Welt mit Infotainment-Charakter ist ebenfalls ein Projekt von ovos und Terrain für Echtzeittechnologie.

Und dass gesteigertes Bewusstsein für diese Art Technologie besteht, hat man auch zu einem Gutteil Second life zu verdanken.

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