Blog
Wir reden (und schreiben) nur, wenn wir etwas zu sagen haben. Oder zu lachen.
Die Choreographie des Flow
Theorie |
oder warum machen Computerspiele Spaß?
Auf der Suche nach dem Spielspaß von Computerspielen stößt man unweigerlich auf die Flow-Theorie des Psychologie-Professors Mihály Csikszentmihályi, der erstmals 1975 den Flowzustand beschrieben hat:
“Im Flow-Zustand folgt Handlung auf Handlung, und zwar nach einer inneren Logik, welche kein bewusstes Eingreifen von Seiten des Handelnden zu erfordern scheint. Er erlebt den Prozess als ein einheitlisches Fließen von einem Augenblick zum nächsten, wobei er Meister seines Handeln ist und kaum eine Trennung zwischen sich und der Umwelt, zwischen Stimulus und Reaktion, oder zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verspürt. Dabei werden das Bewusstsein des eigenen Körpers oder Körperfunktionen nicht beeinträchtigt. Lediglich das Selbstkonstrukt, welches man als vermittelnde Größe zwischen Stimulus und Reaktion einzuschieben lernt, geht verloren.”
Jürgen Fritz beschreibt den Flow-Effekt bei Computerspielen als eine Verminderung der Distanz zwischen Spiel und SpielerIn, welche durch das Anheben des Reizniveaus (zB. permanente Bedrohungssituation, Zeitdruck, Ausweitung der durchzudenkenden Komplexität) herbeigeführt wird. Es entsteht eine Art Reizschutz, der den Spieler von seiner mentalen Welt abschirmt, sodaß er während des Spiels auf keine anderen Gedanken mehr kommt. Aus dem Flow resultiert ein Gefühl des vollkommenen Eintauchens in das Spiel.
»Flow« nennen Psychologen den Tätigkeitsrausch, den wir als Glück empfinden. Links eine Grafik von Electronic Arts nach der Flow bei Computerspielen auf der Skala der Glücksgefühle ganz weit oben rangiert.
Flow in Stichworten:
• absolute Konzentration auf eine Tätigkeit
• Schwierigkeitsgrad entspricht Fähigkeiten
• klar definierte Ziele, direktes Feedback
• autotelisch (griech. “auto” = selbst und “telos” = Ziel), Tun um des Tuns Willen
• Verlust des Bewusstseins über sich selbst, verändertes Zeitempfinden
Die 2006 gegründete FUGA-Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Glücksmoment beim Spielen empirisch zu erfassen. Dafür setzt das Forscherteam Techniken ein, mit denen Herzschlag, Gehirnaktivität und Muskelspannung der Spieler gemessen werden. Anhand der Messwerte konnte nachgewiesen werden, dass durch die erfolgreiche Lösung einer Aufgabe im Spiel, ein Glücksgefühl entsteht.

Kommentar schreiben